Besonders in den ersten drei Schuljahren, aber auch noch im Alter von 10, 11 haben Kinder ein starkes Bedürfnis danach, sich die komplizierte Welt durch das "Nachspielen" der Realität zu eigen zu machen oder unverarbeitete Erlebnisse in geschütztem Rahmen und mit selbstgewählten Rollen solange wieder und wieder zu durchleben, bis sie ihren Schrecken verloren haben. Wer Kinder bei diesem intensiven Eintauchen in eine andere Wirklichkeit beobachtet, kann die Wichtigkeit und den Ernst solcher "Spiele" spüren.
Dafür steht den Kindern ein großer Raum mit verschiedenen Ebenen - Stufen, Emporen, Hochstände - und beweglichen Bauteilen wie Holzklötze, Matratzen, Decken und Tücher zur Verfügung, um von ihnen selbst je nach Bedarf zu den unterschiedlichsten Lebenswelten umgestaltet zu werden.
Versteckte Höhlen, unterirdische Wohnungen, U-Boote oder Raumschiffe können aus diesen Bauelementen ebenso entstehen wie ein Krankenhaus mit Operationssaal, Röntgenzimmer und Warteraum oder eine Bühne zum Vorführen kleiner Theaterstücke, die an manchen Vormittagen spontan entstehen, manchmal aber auch tagelang hinter abgetrenntem Vorhang heimlich geprobt werden.
Die vielen Spielmöglichkeiten werden noch durch ein Verkleidungseck mit zahlreichen bunten Gewändern, Perücken, Schals, Tüchern, Handtaschen und Gürteln nebst einem großen Spiegel mit Schminkutensilien, eine Wohnecke mit Herd, Kredenz und Tisch sowie einer kleinen, immer wieder neu gestalteten Spielnische mit wechselndem Thema (z.B. "Post", "Kaufladen", "Detektivbüro") bereichert.